Yoga und Klang – ein Glückscocktail

Sep 1, 2017 | Gesund mit Yoga, Mattengeflüster, Yoga-Wissen

„Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe“, meinte der bengalische Dichter und Nobelpreisträger Rabindranath Tagore. 

Ob das tatsächlich so ist, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass wir selbst mehr Verbundenheit, Liebe und Frieden empfinden, wenn wir singen, tönen oder heilsame Klänge auf uns wirken lassen. Im ganzheitlichen Ansatz des klassischen Yogas spielen Klänge und das Singen oder Rezitieren von Mantras seit jeder eine besondere Rolle. Aber auch in vielen anderen Traditionen weiß man seit Jahrtausenden um die heilsame Wirkung bestimmter Klänge, seien es schamanische Trommeln, die Chants der Naturvölker, gregorianische Gesänge oder Gospels. Und jeder, der schon mal beim Kirtan-Singen war, kennt das Gefühl glückseliger Verbundenheit, das dabei entsteht.

Auch die modernen Wissenschaften bestätigen diese Phänomene. „Wenn wir singen, versetzen wir den ganzen Körper in Schwingung, die Atmung vertieft sich und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Stresshormone werden abgebaut, im Gehirn entsteht ein Glückscocktail aus antidepressiven Botenstoffen wie Serotonin, Noradrenalin sowie dem Schmerzkiller Beta-Endorphin und dem Hormon der Verbundenheit Oxytocin“, erklärt der bekannte deutsche Musiktherapeut Wolfgang Bossinger. Nicht zuletzt wird beim Singen auch die Muskulatur gestärkt.

Aus der musiktherapeutischen Forschung ist außerdem bekannt, dass Singen und Tönen den Zugang zu Gefühlen erleichtert. „Wenn wir singen, spüren wir die Vibrationen unmittelbar körperlich. Darüber hinaus gibt es direkte Nervenverbindungen von unseren Stimmbändern zum vegetativen Nervensystem, zum Herzen und zum limbischen System, unserem ‚emotionalen Gehirn‘“, so Bossinger.

Man weiß auch, dass Wasser seine Struktur verändert, wenn es mit bestimmten Klangschwingungen  „bespielt“ wird. Wasser ist einer der zentralsten Informationsträger. Da der menschliche Körper zu rund 75% aus Wasser besteht, wird verständlich, welchen Einfluss Klangschwingungen auf das Informationssystem des menschlichen Organismus haben.

Glaubenssätze und Perfektionszwang

Wenn sie so heilsam sind – warum spielen Klänge und gemeinsames Singen in unserem Alltag dann kaum eine Rolle?

Zum einen, weil die meisten Menschen ihren kindlichen, unbekümmerten Zugang zum Singen verloren haben. Viele tragen einen ganzen Rucksack hemmender Glaubenssätze mit sich, wie: Ich kann nicht singen, ich bin völlig unmusikalisch, ich habe kein Rhythmusgefühl, … Oft stecken kränkende Kindheitserfahrungen hinter diesen Glaubenssätzen.

Kinder haben einen ursprünglichen Zugang zur eigenen Stimme

Kinder haben noch einen ungekünstelten Zugang zur Musik und zur eigenen Stimme. Erwachsene müssen sich diesen oft erst wieder zurückerobern.

Zum anderen ist Musik heute kaum noch mit aktivem Tun, sondern hauptsächlich mit passivem Konsumieren verbunden. Die Perfektion der „Musik aus der Konserve“ führt unweigerlich dazu, dass durchschnittlich begabte Menschen sich für völlig unmusikalisch halten. Und selbst denen, die ein Instrument spielen oder in einem Chor singen, bleibt meist wenig Raum für Experimentieren, Kreativität, Intuition und authentischen Selbstausdruck.

Daher brauchen wir heute umso mehr „geschützte“ Räume, in denen wir unsere Blockaden und Glaubenssätze langsam wieder auflösen und so zurückfinden können zu unserer ursprünglichen Stimme und ureigensten Schwingung.

Die Kraft der Mantras

Mantras sind einzelne Silben, Worte oder Sätze, die eine ganz bestimmte Schwingung in sich tragen, eine spezielle Kraft. Meistens haben sie auch eine metaphysische oder mystische Bedeutung. Daher können Mantras auch nicht wirklich übersetzt werden. Wenn wir Mantras singen, müssen wir nicht unbedingt wissen, was sie bedeuten. Vor allem Sanskrit-Mantras berühren uns nicht über den denkenden Verstand, sondern bringen unseren Organismus auf direktem Weg in Resonanz mit der Klangschwingung.

„Die Wirkungsweise von Sanskrit-Mantras wird heute wissenschaftlich untersucht. Dabei wird immer wieder durch Fremd- oder Eigenexperimente beobachtet, dass Menschen eine besondere innere Stille und tiefgehende Selbstintegration erfahren. Dabei spielt die sprachliche und kulturelle Zugehörigkeit nur eine untergeordnete Rolle“, so die aus Indien stammende Ärztin, Psychotherapeutin und Mantra-Sängerin Mohani Heitel.

„Sanskrit ist mehr als eine Sprache. Sanskrit ist eine ordnende Kraft“, so die Sanskrit-Forscherin Jutta Marie Zimmermann über die heilige alt-indische Sprache, auf die auch viele eingedeutschte Wörter zurückgehen. Durch die zahlreichen Wiederholungen beim Mantra-Singen kommen die umherwandernden Gedanken zur Ruhe und der Geist entspannt sich. Vor allem das gemeinsame Chanten erweckt ein Gefühl der Öffnung, des Getragenseins und der Verbundenheit.

Ein Tor zum Göttlichen

Viele Menschen berichten über mystische, transzendente Erfahrungen im Zusammenhang mit Klängen. „Besonders das gemeinsame Singen ermöglicht ein ungeheuer energievolles Resonanzfeld. Ganze Gruppen können dann oft in Flow-Erlebnisse eintauchen, und machen dabei Erfahrungen von Herz-Öffnung, Verbundenheit und Einswerden mit dem Göttlichen. Eigentlich erstaunlich, wie leicht zugänglich so etwas durch Singen sein kann“, erklärt Wolfgang Bossinger.

Viel spricht dafür, so der Gründer der „Singenden Krankenhäuser“, dass Frauen leichter und intensiver Zugang zum Singen und damit verbundenen Trancezuständen haben: „Kinder haben schon zum Zeitpunkt der Geburt über die Stimme eine intensive Bindung an die Mutter. So gesehen sind Frauen auch evolutionsbiologisch dafür prädestiniert, mit der Stimme heilsam zu wirken. Viele von ihnen, wie etwa die keltischen ,Keening Women‘ in Irland oder die so genannten Hexen standen mit ihrem spirituellen und naturverbundenen Heilwissen den patriarchalischen kirchlichen Machtstrukturen im Wege. Heute entdecken immer mehr Frauen ihre Fähigkeit wieder, die eigene Stimme zur Förderung von Heilung zu nutzen.“

Wenn wir die heilsamen Wirkungen der Körper- und Atemübungen des Yoga mit jenen der Klänge und des Singens verbinden, entsteht ein wahrer Glückscocktail in unserem Körper.

Wir sind Tag für Tag vielen Schwingungen und Frequenzen ausgesetzt, die unser System aus der Balance bringen. Indem wir intuitiv tönen, gemeinsam singen und uns heilsamen Klängen anvertrauen, finden wir zurück zu unserer ureigensten Schwingung. Und das fühlt sich an wie ein Nachhausekommen.

Möchtest auch du zu deiner eigenen Schwingung zurückfinden und in die Welt der heilsamen Klänge eintauchen? Bei unserem Genuss-Nachmittag „YOGA UND KLANG“ hast du Gelegenheit dazu:

GENUSS-NACHMITTAG YOGA UND KLANG

mit Laya Commenda und Petra Shakti Werskiuk
Sonntag, 24. September, 15:00 – 18:30 Uhr
>> Infos und Anmeldung

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Zum Weiterlesen:

www.welt-der-frau.at/themen/lieben-leben/die-eigene-musik/

www.smirti.de/mant.htm

www.singende-krankenhaeuser.de

Bossinger/Neubronner: Die heilende Kraft des Singens

yoga aktuell 105 (4/2017): Heilung durch Wort und Wasser (von Dr. Mohani Heitel)

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