Judith Kirchmayr-Kreczi

Judith liebt Atem- und Körperwahrnehmung. In ihren Workshops erfährst du die Kraft des achtsamen Umgangs mit deinem Körper.

Im Yoga ist jeder Mensch willkommen, so wie er ist. Mit allem, was ihn ausmacht, ob nun auf seelischer, geistiger oder körperlicher Ebene.

Judith Kirchmayr-Kreczi ist unsere Fachfrau für Therapeutischen Hatha Yoga.  Achtsamkeit, Präzision und die Anpassung aller Übungen an die individuellen Bedürfnisse jedes Menschen sind die Leitlinien ihres Unterrichts. In der yogalounge hält Judith regelmäßig Einsteiger- und Vertiefungs-Workshops.  

Judith, was bedeutet Yoga für dich?
Lebendig sein, atmen, mich öffnen und mit den Lebenskräften verbinden. Im Hintergrund schwingt immer das Gefühl: Im Yoga bin ich als ganzer Mensch willkommen, mit allem, was mich ausmacht.

In der Psychotherapie geht es vor allem um emotionale und seelische Aspekte, in den Religionen um spirituelle, und beim Sport, beim Turnen und in der Gymnastik um körperliche. Das Besondere am Yoga ist aus meiner Sicht, dass er all diese Dimensionen anspricht und  immer den ganzen Menschen meint.

Yoga bedeutet für mich auch, mit meinem eigenen Rhythmus, mit meinem eigenen Tempo verbunden zu sein. „I like to take my time“, wie es im Song „Slow“ von Leonard Cohen so schön heißt. Ich war immer schon langsam in inneren und äußeren Prozessen. Der Yoga erlaubt mir, mir in allem die Zeit zu nehmen, die ich brauche.

Wie bist du zum Yoga gekommen?
Ich war auf der Suche nach einem guten Krafttraining für meine lädierte Wirbelsäule. Die Alexandertechnik hatte mir bei meinen massiven Rückenproblemen sehr geholfen, aber hier geht es mehr um sanfte Bewegungen, um Koordination, und weniger um Kraft. Im Yoga habe ich gelernt, mit koordinierter Kraft zu üben und meinen Körper als Ganzes wahrzunehmen, anstatt immer den verletzten Teil zu fokussieren.

Rückenschmerzen haben neben körperlich-strukturellen Schäden immer auch psychische Komponenten wie Angst oder Wut. Durch die Verbindung von Atem und Bewegung im Yoga können sich die dadurch entstandenen Verspannungen lösen. Die Arbeit am Ego, die Bezwingung meines Ehrgeizes und meiner Gewohnheit, mich ständig mit anderen zu vergleichen, hat mir unglaublich gut getan.

Du liebst einen besonders achtsamen und präzisen Yogastil. Was erwartet die TeilnehmerInnen in deinen Workshops?
Ein sanfter und anatomisch korrekter Aufbau aller Bewegungsübungen, vor allem aber ein individueller Blick. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer kann erwarten, in ihrer/seiner Einzigartigkeit willkommen zu sein, wahrgenommen zu werden und individuelle Assists und Tipps für’s Üben zu erhalten. Außerdem vermittle ich Yoga nicht nur als körperliche, sondern auch als spirituelle und geistige Disziplin.

Wie läuft eine typische Yogastunde bei dir ab?
Zu Beginn geht es um’s Ankommen und darum, sich selbst wahrzunehmen. Dann folgt eine Sequenz zum Aufwärmen, danach bauen wir Kraft auf. Es folgen Dehnungsübungen und zum Abschluss gibt es immer eine Ruhephase.

Singen und Tönen sind fixe Bestandteile meines Unterrichts. Die Vibrationen, die dabei hervorgerufen werden, setzen sich über Muskeln, Sehnen und Bindegewebe fort bis in Knochen und Knochenmark. Sie stimulieren auf ihrem Weg vielfältige Mechanorezeptoren des Nervensystems, was u.a. zur Schmerzfreiheit beiträgt. Die Bildung von roten Blutkörperchen und Immunzellen im Knochenmark wird genauso angeregt wie das Knochenwachstum. Das Singen im Yoga stärkt also ganz konkret das Nervensystem und das Immunsystem und beugt der Osteoporose vor.

Das Tönen hat aber auch eine spirituelle Dimension, wie sich am Beispiel des OM zeigt, das sich aus A, U und M zusammensetzt. Das A steht für die erste Bewegung im Universum, einem Windhauch ähnlich. Es ist der reine Ton, ohne irgendetwas „Geformtes“. Mit dem U bekommt diese Bewegungsenergie eine Form und mit dem M entsteht Materie. Das OM umschließt alles – vom ersten Windhauch bis zur Materie. Wenn wir diesen Urlaut tönen, verbinden wir uns mit all diesen Seins-Ebenen.

Was machst du, wenn du gerade nicht Yoga übst oder unterrichtest?
Ich arbeite als Supervisorin, Coach und Seminarleiterin. In meinem Gemüsegarten und beim Kochen finde ich Ausgleich. Oder ich schreibe an meinem Blog oder arbeite an einem Buchprojekt. Natürlich pflege ich auch Haus und Heim, wo ich mit meinem Mann und meinen Katzen lebe. Reisen sind auch ein Thema – mein nächstes Ziel ist Japan.

Mein wichtigstes Ritual ist das Innehalten. Dabei verbinde ich Innen und Außen und werde ganz präsent im Augenblick.

Warum bist du auf der Welt?
Ich werde Gott fragen, falls ich ihn mal treffe …(lacht) Im Ernst: Damit ich die Qualitäten, die ich mitbekommen habe, verfeinere und so einsetze, dass durch mein Leben andere mehre Freude haben.

Mir ist bewusst, dass das ein Sinn ist, den ICH mir selbst gebe. Was wirklich der Sinn des Lebens ist, bleibt – sofern es überhaupt einen gibt – ein Mysterium.

Gibt es ein Ritual, das für dich besonders wichtig ist?
Ja, das Ritual des Innehaltens. Egal, ob zu Beginn meiner Yogapraxis, oder wenn ein Klient, eine Klientin zu mir kommt, oder bevor im Theater der Vorhang hochgeht. Ich verbinde mich dabei mit meinem Rhythmus,  mit meinem Inneren, während ich gleichzeitig mit meiner Aufmerksamkeit im Außen bleibe. Der Atem hilft mir dabei – und worum es geht, ist die völlige Präsenz im Augenblick.

Judith Kirchmayr-Kreczi bingt die Erfahrung aus 20 Jahren therapeutischem Tanz und Alexandertechnik in ihren Yoga-Unterricht ein. Ihre Ausbildung zur Yogalehrerin bei Gabriele Honauer und Dietlinde Maiwöger ergänzte sie durch Fortbildungen unter anderem in Yoga-Therapie und Pranayama. Sie unterrichtet klassischen Hatha Yoga mit Modifikationen für Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Derzeit absolviert Judith ein neunmonatiges Teacher Training in Yoga-Anatomie bei ihrem Lieblingsanatomielehrer Leslie Kaminoff.

Judith wurde 1957 geboren, ist verheiratet und lebt auf dem Land. Ihr Mut-mach-Buch Kraft meiner Angst, in dem sie ihren Weg aus der Angststörung beschreibt, ist 2012 erschienen. 

Mehr über Judith und ihre Angebote erfährst du auf www.judithkirchmayr.at

 

Martha in Urdhva Dhanurasana

Judiths Lieblings-Asana ist Nakara Asana, das Krokodil:  „Für meine Wirbelsäule ist diese Übung derart entspannend, dass ich sie jeden Tag übe.“

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