Handstand macht glücklich – und der Weg ist das Ziel!

Feb 26, 2018 | Mattengeflüster, Yoga-Praxis

Christian KlixNur Mut: Auch der sportliche Fulltime-Yogi Christian Klix brauchte rund zehn Jahre, um den Handstand zu „stemmen“!

Aus seiner intensiven Erfahrung mit diesem herausfordernden Asana entstand sein 7-Schritte-Programm, das einen gangbaren Weg zeigt, um den „König der Asanas“ zu meistern.

Warum Handstände glücklich machen, und warum Christian Klix die tausenden einsamen Kilometer auf der Autobahn gern in Kauf nimmt, um Yoga zu unterrichten, erzählt er im Interview. 

Lieber Christian, deine Begeisterung für den Handstand ist richtig ansteckend. Du gibst spezielle Workshops, in denen du dieses herausfordernde Asana unterrichtest, und hast sogar ein Buch darüber geschrieben. Was fasziniert dich am Handstand? 

Der Handstand war für mich eine große Herausforderung, denn ich war als Kind und Jugendlicher nicht unbedingt mit akrobatischen Fähigkeiten ausgestattet. Gemeistert habe ich den Handstand erst mit 35 Jahren – zu einem Zeitpunkt, als ich bereits zehn Jahre Yogaerfahrung hatte. Irgendwann war es einfach so weit, dass ich dieses Asana unbedingt meistern wollte.

Der Handstand wird als „König der Asanas“ bezeichnet, und alle Eigenschaften, die er in sich trägt, kann man auch in allen anderen Asanas anwenden. Der Handstand ist keine reine Kraft-, sondern vor allem eine Aufmerksamkeitsübung. Man muss  in der Lage sein, Konzentration und Aufmerksamkeit an verschiedenen Punkten gleichzeitig zu bündeln, und man muss vollkommen im Hier und Jetzt ankommen, ohne sich von Gedanken ablenken zu lassen. Das ist ja letztendlich das große Ziel im Yoga:  den denkenden Verstand unter Kontrolle zu bringen.

Es hat viele Jahre gedauert, bis ich so weit war, und ich hatte mit einigen Rückschlägen zu kämpfen, aber wenn man den Handstand dann einmal gemeistert hat, ist es ein bisschen wie Fahrradfahren – man weiß einfach, wie es geht. Obwohl der Handstand jedes Mal wieder eine Herausforderung ist, wird man ein Stück weit süchtig danach –  Handstände machen einfach glücklich!

 

Du hast einen speziellen Weg entwickelt, wie man den Handstand meistern kann. Erzähl uns bitte etwas über dein 7-Schritte-Programm!

Handstand Seminar mit Christian KlixDas 7-Schritte-Programm betrachtet den Handstand aus der Yoga-Perspektive, nicht aus akrobatischer Sicht. Ich habe es aus der Rückschau auf meinen eigenen Weg entwickelt, habe viel daran herumgefeilt und versucht, die vielen wichtigen Kleinigkeiten so zu erklären und mit Übungen erfahrbar zu machen, dass jeder, der Yoga übt, davon profitieren kann –  egal ob er schon Handstand-Erfahrung hat oder noch gar keine. Wichtig war mir auch, dass alle Schritte in die tägliche Yoga-Praxis integriert werden können. Genau das eröffnet einen gangbaren Weg. Natürlich braucht es Zeit und viele Wiederholungen, aber auf diesem Weg wird man eine Menge entdecken, womit man zuvor gar nicht gerechnet hat, zum Beispiel kommt man beim Üben mit dem inneren Kind in Kontakt.

Das Programm setzt sich auch mit dem nötigen Selbstvertrauen auseinander – ich vermeide absichtlich das Wort „Angst“ 😊. Viele Menschen haben genug Kraft, und es mangelt auch nicht an der richtigen Technik. Aber den letzten Schritt zu gehen – sich von der Wand zu lösen – kostet Überwindung. Deshalb setzt sich das Programm auch explizit mit dem Thema „Fallen“ auseinander. Wer den Handstand lernen möchte, muss auch das Fallen lernen! In meinem Workshop vermittle ich das auf spielerische Art und Weise. Wir verbinden uns dabei mit dem inneren Kind, und der Körper lernt, dass er fallen und dabei sicher auf den Füßen landen kann. Auch für den Kopf ist es wichtig, diese Erfahrung zu machen. Wenn man das ein paar Mal erlebt hat, wundert man sich, warum man eigentlich so viel Respekt davor hatte.

Für diesen Schritt muss man kein Akrobat sein – aber es braucht die Bereitschaft, auch mal über sich selbst zu lachen.

 

Neben Armbalancen ist Yoga mit der Faszienrolle einer deiner Schwerpunkte. Auch hier sprühst du richtig vor Begeisterung. Was kann Yoga mit der Rolle, was „normale“ Asanapraxis nicht kann?

Yoga mit der Faszienrolle entspannt die Muskeln und löst Verhärtungen in den FaszienDie Arbeit mit der Rolle ist für mich die ideale Ergänzung zur intensiven körperlichen Praxis. Die Kombination aus Yoga-Asanas und Faszienrolle ist das Beste, was man für seinen Körper tun kann. Erst wird die Muskulatur massiert und weichgeknetet, dann wird sie  gedehnt. Man spürt die Wirkung sofort – es ist unglaublich, wie gut das tut! Man wird agiler und flexibler, der Körper wird durchlässiger, die Haltung wird verbessert, der gesamte Bewegungsapparat profitiert, und die Atmung kann sich voll entfalten. Auf zellulärer Ebene entgiftet der Körper und der Nährstoffaustausch wird verbessert.  Durch die regelmäßigen Massagen können sich Verklebungen und Verknotungen auflösen oder bilden sich erst gar nicht. Davon profitieren auch die Gelenke, obwohl wir mit der Rolle nicht direkt über die Gelenke gehen.

Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, denn durch die intensive Körperarbeit litt ich unter massiven Gelenksproblemen, zum Beispiel am Knie, an den Ellbogen und Schultern. Ich hatte eine wirklich schmerzhafte Zeit, aber durch die regelmäßigen Massagen mit der Faszienrolle hat sich das alles aufgelöst.

Heute brauche ich in meiner Praxis weniger Quantität, übe aber in einer viel höheren Qualität. Diese Erfahrung gebe ich in meinen Workshops weiter. Das Schöne ist, dass sich die Arbeit mit der Faszienrolle ganz einfach in die Asanapraxis integrieren lässt!

 

Du bist sehr vielseitig unterwegs auf deinem Yogaweg und hast ein wunderbares Projekt namens „20 minutes of peace“ ins Leben gerufen. Wie ist es entstanden? 

„20 minutes of peace“ ist mein absolutes Herzensprojekt – denn das größte Transformationspotenzial des Yoga steckt am Ende doch in der Meditation. Alle Übungen und Haltungen, die wir praktizieren, sind nur Mittel zum Zweck, um uns in die innere Stille zu führen, und um, wie Patanjali im Yoga-Sutra sagt, stabil und komfortabel sitzen zu können.

Wir leben in einer visuellen Welt, und als selbstständiger Yogalehrer kommt man heutzutage nicht um facebook, Instagram etc. herum. Hier hat sich eine Tendenz entwickelt, die aus meiner Sicht wenig mit Yoga zu tun hat: Wer zeigt die krassesten Asanas, wer stellt die intensivsten Positionen zur Schau … Daher habe ich nach einem Weg gesucht, auf kreative und künstlerische Art die ruhigere Seite des Yoga zu zeigen –  die Meditation eben.

Auf einer Reise in die Karibik hatte ich die Idee, einfach 20 Minuten still zu sitzen und die Welt an mir vorbeiziehen zu lassen. Das 1-minütige Video, das daraus entstanden ist, hat mich selbst so verblüfft, dass ich in den darauffolgenden Jahren an verschiedenen Orten auf der Welt ähnliche Videos aufgenommen habe.

So habe ich nicht nur ein Medium gefunden, um auf die Meditation als Herzstück des Yoga aufmerksam zu machen, sondern auch für mich selbst eine neue Praxis entwickelt, denn an solchen ungewöhnlichen Orten, an denen oft Menschen herumlaufen und einen anstarren, ist es gar nicht so einfach, zu meditieren und ganz bei sich zu bleiben. So habe ich noch viel mehr über das Wesen der Meditation gelernt. Wer sich mit Yoga-Philosophie auseinandergesetzt hat, wird darin vielleicht eine Pratyahara-Praxis erkennen.

 

Du bist international tätiger Yogalehrer, unterrichtest unter anderem in Teacher Trainings, und bist rund um den Erdball unterwegs. Wie kann man sich das Leben eines solchen Fulltime-Yogis vorstellen?

Eigentlich total unromantisch 😊 Meine persönliche Freiheit ist mir sehr wichtig, ich muss niemandem Rechenschaft ablegen, kann machen was ich will, und lerne viele interessante Menschen und Orte kennen.

Aber wie jede Medaille hat auch diese zwei Seiten – die tausenden einsamen Kilometer auf der Autobahn gehören zum Beispiel auch dazu. Ich mache im Prinzip alles selbst, betreue Website und Social Media Kanäle, gestalte Flyer, brauche viel Zeit für Kommunikation und Akquise, bin selten zuhause und sehe Freunde und Familie kaum. Als Vollzeit-Yogi muss man außerdem ein Stück weit Idealist sein – reich wird man mit diesem Job nicht.

Aber die eigentliche Arbeit macht so viel Spaß, dass sich der Aufwand absolut lohnt. Obwohl Yoga bei uns im Westen mit dem Körper beginnt, bringt es den einen oder anderen dann doch irgendwann mehr nach Innen. Wenn ich diese kleinen Einsichten bei meinen TeilnehmerInnen beobachten kann, ist das für mich das größte Geschenk!

Handstand oder Faszienrolle? Am besten beides!

Demnächst hält Christian Klix zwei Workshops bei uns.

Tipp: Im Doppelpack buchen und 15 Euro sparen!

 

Samstag, 10. März, 10 – 13 Uhr

FLIGHT CLUB – IN 7 SCHRITTEN ZUM HANDSTAND

>> Infos und Anmeldung

 

Samstag, 10. März, 15 – 17:30 Uhr

YO-ROLL – YOGA MIT DER FASZIENROLLE

>> Infos und Anmeldung

 

Mehr über Christian und seinen Yoga-Weg erfährst du auf http://yoga-ck.com/

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