Endlich gut sitzen!

Okt 7, 2017 | Mattengeflüster, Yoga-Praxis

Vielleicht kennst du das: Da nimmt man sich endlich Zeit, um zu meditieren, kommt aufs Kissen und wünscht sich nichts sehnlicher als innere Ruhe und einen kristallklaren Geist .. und dann das: Im Knie zieht es unangenehm, in der Hüfte zwickt es, der Rücken mag sich nicht aufrichten und sinkt schwer in sich zusammen, vielleicht spannen auch die Schultern, oder der Nacken meldet sich.

„Richtiges“ Sitzen in der Meditation ist gar nicht so einfach, jedoch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Körper und Geist zur Ruhe kommen können und die Meditation ihre ganze Wirkung entfalten kann.

„Gutes“ Sitzen in der Meditation bedeutet:

  • Du kannst die Basis deines Körpers – also Beine und Becken – an den Boden abgeben und ganz loslassen. Lässt du das Gewicht deines Unterkörpers in die Unterlage sinken, fühlst du dich automatisch geerdeter und ruhiger.
  • Deine Wirbelsäule ist gut aufgerichtet, vom Steißbein bis zum Scheitel entsteht ganz natürlich eine lebendige, klare Länge und Linie. Die Chakras (Energiezentren entlang der Wirbelsäule) sind optimal übereinander ausgerichtet. Die Position der Wirbelsäule ist in der Meditation entscheidend, damit die Energie frei fließen kann und nirgendwo blockiert wird.
  • Du kannst den Sitz für die Dauer der Meditation mühelos halten, ohne zu ermüden oder dich zu verspannen.

Nun gilt es also, eine Beinposition zu finden, die dir das alles ermöglicht. Nicht für jeden Menschen ist der Lotus-Sitz sinnvoll und geeignet. Zum Glück gibt es viele andere Optionen:

Muktasana – die Sitzhaltung des Befreiten

In dieser Sitzposition, die auch als „einfache“ oder „bequeme“ Haltung bezeichnet wird, liegen die Beine voreinander vor dem Becken, die Fersen sind Richtung Schritt gezogen.

Sukhasana – der Sitz der Freude

„Sukha“ bedeutet Freude. In dieser Sitzposition, die dem Schneidersitz ähnelt, sind die Beine vor dem Becken überkreuzt.

Vajrasana – der Diamantsitz

Dieser Fersensitz eignet sich gut für alle, die Schwierigkeiten mit der Hüftöffnung haben.
Tipp:
Eine Decke zwischen Gesäß und Fersen oder unter die Füße legen!
Du kannst in dieser Position auch die Beine etwas breiter auseinander nehmen und ein Kissen unter das Gesäß legen.

Ardha Padmasana – der halbe Lotussitz

Im halben Lotus bringst du eine Ferse möglichst nah an den Damm und legst den anderen Fuß auf den gegenüberliegenden Oberschenkel, möglichst nah an der Leiste.
Tipp: Immer wieder die Seiten wechseln, damit du nicht „einseitig“ wirst und beide Hüften geöffnet werden.

Padmasana – der Lotussitz

Im ganzen Lotus liegen beide Füße mit den Fußsohlen nach oben auf den gegenüberliegenden Oberschenkeln.

Ausrichtungsprinzipien

Für alle Sitzhaltungen sind folgende Ausrichtungsprinzipien zu empfehlen:

  • Du kippst das Becken ein wenig nach vorne, so dass deine Wirbelsäule sich natürlich aufrichtet. Sie behält ihre natürliche Wölbung bei, während das Gefühl einer geraden Linie vom Steißbein bis zum Scheitel entsteht. Du hast das Gefühl, dich an deinen geraden Rücken „anlehnen“ zu können.
  • Beine, Becken und Po sinken tief in die Unterlage und lassen los.
  • Die Knie sinken zu Boden. Idealerweise befinden sich die Hüften höher als die Knie
  • Die Schultern sind entspannt und weit weg von den Ohren.
  • Du ziehst das Kinn leicht zur Kehle heran und lässt es ein klein wenig zum Brustbein sinken, damit die Halswirbelsäule frei und der Nacken lang wird.
  • Die Hände liegen bequem auf den Knien oder Oberschenkeln. Du kannst natürlich auch eine Mudra halten.
  • Der Mundraum ist entspannt.
  • Du kannst die Augen zur Gänze schließen oder sie ein wenig geöffnet lassen. Dabei ist der Blick zum Boden schräg vor dir gerichtet.

Ein Lob auf Hilfsmittel!

Scheue dich nicht, Hilfsmittel zu verwenden, damit du bei der Meditation wirklich gelöst und entspannt bist und den Körper loslassen kannst!

Probiere verschieden hohe Sitzkissen aus und setze dich jeweils an den vorderen Rand, so dass Becken und Wirbelsäule gut ausgerichtet sind. Du kannst natürlich auch eine gefaltete Decke oder einen Yoga-Block unterlegen.

Tipp: Auch Pölster oder Yogablöcke unter den Knien können sehr hilfreich sein!

Natürlich kannst du auch auf einem Stuhl meditieren. Wie gesagt: Es geht einfach darum, eine Haltung zu finden, die dir ein gut geerdetes Sitzen und gleichzeitig eine mühelose Aufrichtung der Wirbelsäule erlaubt.

Weitere Sitzhaltungen

Im Yoga gibt es noch zahlreiche weitere Sitzpositionen, die zwar keine klassischen Meditationshaltungen sind, sich aber durchaus auch für längeres Sitzen, also auch für die Meditation eignen. Zwei davon zeigen wir dir hier:

Gomukhasana – der Kuhkopf-Sitz

In dieser Haltung liegt ein Knie über dem anderen, die Füße liegen nah an den Oberschenkeln und sind gut geerdet. Beide Sitzbeinhöcker sind gut verwurzelt und tragen gleich viel Gewicht.
Tipp: Falls dies nicht möglich ist, kannst du eine Decke oder einen Block unter die Sitzbeinhöcker legen, oder aber das untere Bein ausstrecken.

Virasana – der Heldensitz

In dieser Haltung liegen die Unterschenkel seitlich an den Oberschenkeln, die Fußsohlen zeigen zur Decke, Zehen und Füße zeigen nach hinten. Die Knie sollten möglichst nah beieinander liegen.
Tipp: Leg deine Daumen auf die Mitte der Waden und drehe diese nach außen (weg vom Oberschenkel, Richtung Boden).  Auch in dieser Sitzhaltung kannst du eine Decke oder einen Block unter das Gesäß legen.

Experimentiere!

Sei neugierig und geduldig und probiere immer wieder andere Sitzpositionen aus. Der Körper verändert sich, vor allem wenn du regelmäßig Yoga praktizierst. Was vor einem Jahr noch unmöglich erschien, geht womöglich heute ganz leicht. Wechsle auch immer wieder zwischen den verschiedenen Haltungen ab, um nicht zu sehr in festgefahrene Gewohnheiten festzustecken!

Und egal, welche Sitzhaltung du wählst: Hauptsache, du kommst ins Sitzen – und meditierst :-)

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