Atme dich glücklich!

Jan 25, 2018 | Gesund mit Yoga, Mattengeflüster, Yoga-Praxis, Yoga-Wissen

25.000 Atemzüge pro Tag. Zehn-  bis zwanzigtausend Liter Luft, die täglich in unsere Lungen hinein- und wieder aus ihnen herausströmen. 70 Prozent aller Abfallstoffe, die unser Körper über den Atem ausscheidet. 750 Millionen Lungenbläschen, von denen wir im Schnitt nur jedes Zwanzigste benutzen.

Soweit die Fakten.

Und dann sind da jene Momente, in denen wir spüren, dass der Atem uns sanft liebkost. Dass er unermüdlich unsere Organe und unsere Wirbelsäule massiert. Dass er Innen und Außen verbindet, dass er für Aufnehmen und Loslassen, für den ewigen Rhythmus allen Lebens steht. Dass er die Verbindungsschnur ist zwischen unserer grobstofflichen und unserer feinstofflichen Daseins-Ebene, die Brücke zwischen Körper und Geist. Dass er uns mit Lebensenergie, versorgt, und dass er unser treuerster Begleiter ist, vom Moment unserer Geburt an bis zu unserem Tod.

„Etwa sechzehnmal in der Minute atmen wir Tag und Nacht kostbare Luft ein, mit der wir unser Leben auf diesem Planeten bekräftigen. Bei jeder Ausatmung lassen wir los. Und niemand von uns weiß, ob wir jemals wieder einatmen werden.“ 
~ Nischala Joy Devi 

AUF DEN SANFTEN SCHWINGEN DEINES ATEMS

Atem-Seminar mit Laya

3. Februar 2018

Tiefer atmen, länger leben

Im alten Indien gab es die Vorstellung, dass jeder Mensch über eine bestimmte Anzahl von Atemzügen verfügt. Sind diese aufgebraucht, stirbt sein Körper. Mit der Verlängerung und Vertiefung unserer Atmung können wir demnach unsere Lebenszeit verlängern.

Auch wenn diese Vorstellung eher der Mystik als der Wissenschaft entspringt, so bestätigen heute auch die modernen wissenschaftlichen Disziplinen die Bedeutung des Atems für unsere körperliche, geistige und seelische Gesundheit.

Doch bei den meisten Menschen liegt ein Großteil des Potenzials, das in einer bewussten, tiefen Atmung steckt, brach. Würden wir lang und tief atmen statt flach und unvollständig, könnten wir sechs- bis zehnmal mehr Sauerstoff aufnehmen. Da das Gehirn mehr als drei Viertel des eingeatmeten Sauerstoffes verbraucht, würde eine solche Atmung unsere Gehirnleistung und Konzentrationsfähigkeit enorm steigern. Tiefe Bauchatmung wirkt außerdem verdauungsfördernd, löst Verspannungen in der Rückenmuskulatur, und wirkt sich günstig auf das parasympathische Nervensystem aus.

„Wie Wasser unsere Haut reinigt, so vermag der Atem unser ganzes Wesen zu reinigen.“
~ Sandra Sabatini

 

Kann man sich glücklich atmen?

Wir atmen auf, wenn wir erleichtert sind oder etwas Schwieriges hinter uns gebracht haben. Wir bekommen einen Kloß im Hals, wenn uns etwas bedrückt. Wir atmen flach und unvollständig, wenn wir gestresst oder in Eile sind. Unser Atem stockt, wenn wir Angst haben.

Hallo Atem, wie geht’s mir so?

Wenn wir wissen wollen, wie es uns gerade geht, müssen wir uns nur die Qualität unseres Atems bewusst machen. Der Atem ist ein Spiegel unserer inneren Befindlichkeit. Bestimmte Emotionen korrespondieren mit spezifischen Atemmustern – das haben wissenschaftliche Studien gezeigt.

Atme so, wie du dich fühlen möchtest.

Und das ist eine gute Nachricht – denn das bedeutet, dass wir durch Veränderung unserer Atemmuster Einfluss auf unser psychisches und seelisches Befinden nehmen können. Selbst ein paar ruhige tiefe Atemzüge in einer Situation, in der wir normalerweise gestresst wären oder an die Decke gehen würden, können Wunder wirken. Sogar die Traumata von Kriegsveteranen konnten, wie eine Studie belegt, durch spezielle Atemübungen geheilt oder gelindert werden, so dass diese besser schliefen und zum Teil sogar ihre Depressionen überwanden.

„Indem du sanft und tief atmest, kannst du tausende Male am Tag beten und in deinem Körper, der das Paradies ist, auf Reisen gehen.“
~ Daniel Odier

 

Erschöpft? Unausgeglichen? Was der Atem mit Energie und Balance zu tun hat

Prana ist eines der Zauberworte im Yoga. Prana steht für Lebensenergie, und aus yogischer Sicht nehmen wir mit dem Atem nicht nur Sauerstoff, sondern auch Prana auf. Atemwahrnehmung und gezielte Atemlenkung helfen uns nicht nur, unser Nervensystem und unsere Gehirnhälften in Balance zu bringen, sondern haben auch eine tiefgreifende Wirkung auf unser Energiesystem. So können wir zum Beispiel zur Ruhe kommen oder uns energetisieren, indem wir ausschließlich durch die linke (Mondatmung) oder ausschließlich durch die rechte (Sonnenatmung) Nasenöffnung atmen. Gezielte Atemtechniken können uns helfen, abzuschalten, in Schwung zu kommen, uns abzukühlen, unsere Gedanken zu klären oder unsere Stimmung zu heben.

So atmen Yogis

Der Atem gilt als Essenz des Yoga. Manche Traditionen empfehlen gezielte Atemarbeit erst nach mehreren Jahren Asana-Praxis, da die Wirkung mancher Übungen so tiefgreifend ist, dass Körper und Energiesystem darauf vorbereitet sein müssen.

In vielen Yogastunden bei uns im Westen sind Pranayamas (Atemübungen) zugunsten der Asana-Praxis etwas in den Hintergrund getreten. In den klassischen Yogasutras sind sie jedoch eines der Glieder im achtgliedrigen Pfad des Yoga, und nehmen damit eine mindestens ebenso wichtige Stellung ein wie die körperbetonten Übungen.

Allein schon die Asanapraxis in Verbindung mit dem Atem auszuführen, bzw. sich in den Haltungen immer wieder des Atems und seiner Qualität bewusst zu werden, kann auf Dauer tiefgreifende Veränderungen im Körper-Geist-System bewirken. Wer jedoch in den vollen Genuss der heilsamen Kraft des Atems kommen möchte, sollte Pranayama unbedingt in die tägliche Praxis einbeziehen.

Was Pranayama alles kann

Im Yoga kennen wir eine Vielzahl von Atemübungen mit unterschiedlichsten Wirkungen. Hier eine kleine Auswahl der gängigsten Techniken:

Die yogische Vollatmung bezieht alle Atemräume – den Bauchraum, den mittleren, den seitlichen und den oberen Brustkorb – ein und lässt den Atem wie eine Welle den ganzen Oberkörper durchqueren. Dadurch wird die Atmung bewusster, tiefer und länger, die Lungenkapazität wird gesteigert.

Eine detaillierte Anleitung zur Yoga-Vollatmung bekommst du in diesem Video:

 

 

Die Atmung mit Ujayi-Geräusch facht Agni, das innere Feuer an. Sie wärmt, fördert die Konzentration, beugt Atemwegserkrankungen vor und wirkt ausgleichend auf das Nervensystem. Weil bei dieser Atemweise in der Kehle ein Geräusch erzeugt wird, das dem Meeresrauschen gleicht, wird sie auch als „ozeanische Atmung“ bezeichnet. Im Asthanga Yoga und auch in anderen dynamischen Stilen wird die Asana-Praxis vom Ujayi-Geräusch begleitet.

Nadi Shodana, die Wechselatmung, gleicht den Energiefluss in den beiden Energiekanälen Ida und Pingala aus. Auch die beiden Gehirnhälften werden harmonisiert. Diese Atemtechnik wird auch Anuloma Viloma genannt, und ist – sanft ausgeführt – für Yoga-AnfängerInnen gut geeignet.

Nadi Shodana, kombiniert mit einer Aktivierung des dritten Auges:

 

 

Bei Kaphalabati wird stoßweise und rhythmisch ausgeatmet und dabei die Bauchdecke kraftvoll nach innen und oben gezogen. Die Einatmung erfolgt ganz von selbst. Kaphalabati (übersetzt „der scheinende Schädel“) ist eine wunderbare Vorbereitung auf die Meditation. Dieses Pranayama wirkt entgiftend und energetisierend, und ist obendrein ein effektives Bauchmuskel-Training. Während Schwangerschaft und Menstruation sollte es allerdings nicht ausgeführt werden.

Sitali (oder Shitali) ist eine kühlende Atemtechnik, und eine der wenigen Übungen, bei denen durch den Mund eingeatmet wird. Bei der Einatmung wird die in Längsrichtung eingerollte Zunge herausgestreckt, ausgeatmet wird durch die Nase. Sitali fördert die Konzentration, ordnet wirre Gedanken und soll sogar fiebersenkend wirken und Heißhunger-Attacken zügeln.

Bhramari, der Atem der summenden Biene, beruhigt und hilft, die Sinne nach Innen zurückzuziehen. Außerdem stärkt diese Atemtechnik das Immunsystem. Bei Bhramari wird mit einem Summgeräusch ausgeatmet, was diese Atemphase deutlich verlängert. Klassisch verschließen bei dieser Atemtechnik die Finger beider Hände die Ohren, die Augen, die Nase und den Mund, was den Rückzug von der äußeren Welt symbolisiert und die Wahrnehmung der eigenen Schwingung beim Summen fördert.

Simhasana Pranayama, die Löwenatmung, kann auch mit verschiedenen Asanas verbunden werden. Dabei atmen wir mit einem Löwengebrüll aus, strecken die Zunge weit aus dem Mund und reißen die Augen theatralisch auf. Das reinigt nicht nur, sondern hilft uns auch, emotional Dampf abzulassen. Darüber hinaus hilft uns Simhasana, uns selbst nicht allzu ernst zu nehmen – denn jeder, wirklich jeder Mensch, sieht irgendwie doof aus, wenn er den Löwen macht 😊

Fortgeschrittene Yogis kombinieren Pranayamas übrigens mit dem Setzen von Bandhas (energetischen Schleusen) und mit Hand- bzw. Zungenmudras. Das gibt der Wirkung der Atemübungen auf unser Energiesystem noch mehr Power.

WICHTIG: Führe alle Atemübungen sanft und ohne Zwang aus! Der Atem gilt im Yoga als wilder Tiger. Wer ihn bezähmen möchte, tut gut daran, sich ihm vorsichtig zu nähern …

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3. Februar 2018

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