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Das Wunder der Achtsamkeit

Apr 15, 2017 | Achtsamkeit und Meditation, Yoga-Praxis

Das Thema Achtsamkeit erlebt zurzeit einen richtigen Boom – kein Wunder! Immer mehr Menschen wird bewusst, dass sie gar nicht richtig leben, sondern die meiste Zeit des Tages als Schlafwandler unterwegs sind. Sie haben sozusagen auf Autopilot geschaltet.

Ein kleines Beispiel: Während wir unseren morgendlichen Kaffee trinken, bemerken wir gar nicht den herrlichen Duft oder das angenehme Gefühl, wie die warme Flüssigkeit die Kehle hinabläuft. Stattdessen überlegen wir, welchen Weg wir heute mit dem Auto fahren sollen, um möglichst nicht im Stau zu stecken. Während wir zur Arbeit gehen oder fahren, bemerken wir nicht die einzigartige Wolkenstimmung über unserem Kopf, sondern denken darüber nach, was wir heute alles zu tun haben.

Während wir arbeiten, träumen wir schon von der Mittagspause. Während der Mittagspause überlegen wir, was wir am Nachmittag noch alles erledigen, was wir einkaufen und zum Abendessen kochen sollen. Wenn wir abends unter der Dusche stehen, spüren wir nicht das herrlich frische und reinigende Wasser auf der Haut, sondern denken darüber nach, was unser Chef wohl heute mit seiner seltsamen Bemerkung gemeint hat, oder ob wir unserer Kollegin vielleicht doch endlich die Meinung hätten sagen sollen. Und wenn wir dann schließlich ins Bett fallen, spüren wir nicht, wie wohltuend es ist, unser Körpergewicht an die Matratze abgeben zu können, und wie angenehm sich die Bettwäsche auf der Haut anfühlt, sondern denken womöglich schon wieder an den Kaffee vom nächsten Morgen.

Unser Leben entgeht uns im wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn wir hingegen achtsam sind, sind wir präsent. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment und auf unsere Sinneswahrnehmungen, auf unseren Körper oder auf unseren Atem. Körper und Atem sind geniale Werkzeuge, um uns in die Präsenz zu führen. Denn sie sind immer genau dort, wo eigentlich auch unser Geist ruhen sollte: im Hier und im Jetzt.

Der Großteil von all dem Stress und Druck, die wir ständig empfinden, kommt daher, dass wir über die Vergangenheit nachgrübeln oder uns Sorgen um die Zukunft machen. Sekunde für Sekunde beurteilen und bewerten wir alles, was in uns und rund um uns geschieht. Achtsamkeit hingegen ist urteilsfreie, nicht wertende  Wahrnehmung.

Achtsamkeit ist Wahrnehmen, was ist – und weiter nichts.

Genau in diesem „weiter nichts“ steckt das ganze Wunder der Achtsamkeit. Denn indem wir die Dinge einfach nur wahrnehmen und so sein lassen, wie sie sind, entstehen Raum und Freiheit. Diese Freiheit können wir nutzen, um die Dinge zu ändern, die uns nicht mehr entsprechen oder gut tun. Zuerst kommt das Anerkennen, die Akzeptanz – dann erst können wir bewusst und zielgerichtet handeln.

Im Grunde ist es ganz einfach. Gleichzeitig ist es aber auch schwierig. Denn es ist eine hartnäckige Gewohnheit unseres Geistes, ständig zu bewerten und zu analysieren.

Meist denken wir nicht bewusst, sondern automatisch und unbewusst. Untersuchungen zufolge sind 80 % der Gedanken eines untrainierten Geistes negativ. 95 % davon wiederholen sich ständig.

Ein Gehirn, das auf Autopilot geschaltet ist, bringt pro Minute 78 ängstliche oder depressive Gedanken hervor. 

Die entscheidende Frage ist: Hast du deine Gedanken – oder haben die Gedanken dich?

Jeder Gedanke, der dir nicht bewusst ist, steuert dich unbewusst. Wenn du aber lernst, bewusster durchs Leben zu gehen – und dazu ist Achtsamkeit ein wunderbarer Weg – lernst du automatisch, deine Denkmuster zu erkennen und sie zu verändern.

Achtsamkeit hilft uns auch ungemein im Umgang mit Gefühlen – vor allem mit schwierigen oder schmerzhaften Gefühlen, die wir oft nicht spüren wollen. Anstatt diesen Gefühlen aufrichtig zu begegnen, lenken wir uns ab oder unterdrücken sie. Dabei wäre gerade diese Offenheit und Bereitschaft zur Begegnung der Schlüssel zur Heilung!

Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt,
offenbart sie dessen Schönheit.

Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt,
wandelt sie es um und heilt es.

~ Thich Nhat Hanh

Achtsamkeit bewirkt nicht nur, dass wir die Schönheit der Natur und von allem, was uns umgibt, wirklich wahrnehmen, anstatt daran vorbeizuhetzen. Sie hilft uns auch, mit den schmerzvollen Dingen des Lebens besser umzugehen. Wir heben diese Erfahrungen ans Licht des Bewusstseins und ermöglichen so, dass unsere seelischen Wunden geheilt werden.

Mit Achtsamkeit durchs Leben gehen

Wenn wir achtsam durchs Leben gehen, nehmen wir nicht nur dessen Schönheit bewusster wahr, sondern können auch mit schmerzhaften Erfahrungen besser umgehen.

Ich lade dich zu einem kleinen Experiment ein.

Such dir eine Alltagssituation aus, die du jeden Tag erlebst, und versuche, eine Woche lang bei dieser Situation ganz präsent zu sein.

Ein paar Beispiele:

Du könntest beim Zähneputzen mit beiden Füßen fest auf der Erde stehen und einfach wahrnehmen, wie sich die Zahnbürste in deinem Mund anfühlt, wie die Zahnpasta schmeckt etc.

Du könntest, wenn du ins Auto steigst, spüren, wie sich das Lenkrad unter deinen Händen anfühlt.

Du könntest bei einer Mahlzeit am Tag für drei Atemzüge innehalten und dir die Hände auf den Bauch legen, bevor du zu essen beginnst.

Oder du könntest vor dem Einschlafen bewusst wahrnehmen, wie dein Körper in die Matratze sinkt, wie dein Kopf schwer wird, und wie dein Atem fließt.

Das Wunderbare an der Achtsamkeit ist, dass du nichts ANDERES machen musst als das, was du sowieso tust.  Aber du übst, die Dinge ANDERS zu machen. Präsenter. Bewusster. Liebevoller. Achtsamer eben. 

Such dir also eine Situation aus, und versuche, sie sieben Tage lang ganz achtsam zu erleben. Wenn du es einmal vergisst – kein Problem! Dann probier es einfach am nächsten Tag wieder.

Nach einer Woche suchst du dir eine zweite Alltagssituation aus. Nach zwei Wochen eine dritte. Und so weiter. So setzt du mit der Zeit immer mehr Achtsamkeits-Anker in dein Leben, und irgendwann wirst du merken, dass du insgesamt viel bewusster, wacher und präsenter geworden bist!

>> Hier kannst du ein Interview mit der Achtsamkeits-Expertin Melanie Müller nachlesen

>> Hier verrät dir Laya ihre drei liebsten Achtsamkeits-Übungen

Wenn du Lust hast, tiefer in das Thema Achtsamkeit einzusteigen und wertvolle Impulse für ein bewussteres Leben zu bekommen, dann lade ich dich herzlich ein!

Tagesseminar „Meditation und Achtsamkeit – Wege in die Freiheit“

Samstag, 6. Mai 2017, 9:30 – 17:00 Uhr

>> Seminarinfos

Retreat „Seelenzeit“

Yoga, Achtsamkeit und Intuitives Schreiben
20. – 23. Juli 2017, Stierbauerhof (Stmk)

>> Infos

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